Ambivalenzen & Parks


It’s funny, isn’t it, how every traveller is a tourist except one’s self?

 

Edwardian skit, quoted in Brendon P., Thomas Cook: 150 Years of Popular Tourism. London, Secker & Warburg, 1991

Die Landscape Dialogues sind in der UNESCO Biosphäre Entlebuch 'entstanden' und befassen sich später nochmals mit dieser Landschaft. Unter einem etwas fokussierteren Blickwinkel und mit mehr Erfahrung. Die UNESCO Biosphäre Entlebuch ist eine Landschaft, der durch das Modell bereits systemische Werte zugewiesen werden und die mehr als Park funktioniert. Die Landscape Dialogues konzentrieren sich auf Personen, die in irgendeiner Form mit Tourismus zu tun haben, in der Biosphäre oder angrenzend wohnen und so persönlich in diese Wertezuweisung von und dem gleichzeitigen Wunsch nach Schutz der Landschaft involviert sind. Ergänzt werden sie durch zwei Landscape Dialogues mit Personen, welche ihr spezifisches Wissen in Bezug auf Landschaft in einen transdisziplinären Zugang eingebunden haben.

Landscape Dialogue #11

Greenhouse mit Kenza Benabderrazik
(Dozentin, Koordinatorin Greenhouse Art-Lab, ETH) 
Juni 2024

 

Landscape Dialogue #14

Naturgarten eines Ferienhauses im Entlebuch mit Denise Baumann
(Managerin des Ferienhauses)
Juni 2024

 

Landscape Dialogue #15

Marbachegg im Entlebuch mit Joan Cuadrench
(Marketing Marbachegg Sportbahenen)
Juni 2024 

 

Landscape Dialogue #16

Moorweg auf dem Sörenberg mit Martin Vogel
(Bergführer, Bereichsleiter Bergbahnen Sörenberg)
Juni 2024


Landscape Dialogue #17

In der Hotellobby Bergwelten Salwideli im Entlebuch mit Carolina Rüegg
(Pächterin Salwideli, Präsidnetin «Freunde der Biosphäre Entlebuch, früher Tourismusdirektorin Sörenberg)
Juni 2024

 

Landscape Dialogue #19

Von der ETH Hönggerberg zum Bucheggplatz mit Annemarie Bucher
(Kunst- & Landschaftshistorikerin)
November 2024

Herzlichen Dank für alle diese wundervollen Spaziergänge und Gespräche!

Grasskifahren
Die Natur wurde im 19. Jh. durch eine Definition der Aussenwelt als Szenerie, Aussicht, wahrnehmende Empfindung hegemonialisiert. Natur im Sinne von Landschaft war also eine historisch spezifische soziale und kulturelle Konstruktion. Eine besondere Ironie besteht vor allem darin, dass etwas so offensichtlich Bedeutsames wie die Natur weitestgehend mit Freizeit und Vergnügen zu tun hat – Tourismus, spektakuläre Unterhaltung, visueller Abwechslung.

John Urry, The Tourist Gaze, aus Nicolas Green, The Spectacle of Nature. Landscape and Bourgeois Culture in 19thCentrury France. Manchester, 1990. S.3.

Die Auseinandersetzung löste eine weiterführende Reflexion über das Reiseverhalten als kritische Zone und des In-Beziehung-Seins mit Umwelten aus. Und die Frage nach den Verflechtungen eines konzipierten Landschaftsangebots und individuellen Zugängen. Daraus leiteten sich konkretere Fragestellungen ab, die sich innerhalb des weiten Felds des Tourismus, mit der visuellen Erfahrung befassen.

     

Was bedeutet es, jenseits einer Verdinglichung, kulturellen Konnotation oder Kommerzialisierung mit und innerhalb dieser Landschaft "in Beziehung" zu stehen?
 
Wo tauchen zwangsläufig Ambivalenzen auf, zwischen Landschaft als Angebot und als Produkt zwecks wirtschaftlicher Wertschöpfung und der Frage nach nachhaltigem Schutz der Landschaft?
 
Was sind die Ausprägungen des touristischen Blicks? Wie entstehen Blicke auf Umwelten, die als angemessen, oder unangemessen, für den visuellen Konsum gelten?

     

In vier Bewegungslinien gehen wir diesen Fragen nach.