Bewegungen & Rhythmen

abstimmen

Landschaften und ihre Attribute können unterschiedliche Bewegungen hervorrufen, unterstützen und mitgestalten.

Und in der Bewegung durch sie hindurch werden verschiedene Rhythmen, Chronologien, Tempi und Muster wahrgenommen und aufgenommen.


…ich kann hier entlang gehen, ich kann da entlang gehen. Gleichzeitig ist die Entscheidung, wo man entlang gehen kann, bereits gefällt, ich muss mich nicht selber entscheiden, wo genau ich entlang gehe, sondern es hat diese Wege. Es ist irgendwie so praktisch (passend?) Jetzt gehe ich da rechts entlang und dort biege eher links ab. 

Es ist irgendwie ein cooler Mix aus Freiheit und aber auch Eingrenzung oder Einschränkung. 

Friedhof Sihlfeld mit Stephanie

Indem wir in der Welt wohnen (weilen), wirken wir nicht auf sie ein oder fügen ihr etwas zu, vielmehr bewegen wir uns mit ihr. Unsere Handlungen transformieren die Welt nicht, sie sind Teil der Transformation der Welt selbst.

Ingold, Tim. The Perception of the Environment : Essays on Livelihood, Dwelling and Skill. London [etc: Routledge, 2000. Print.

Ich begann erst seit ich in Zürich bin, diese Kreise zu gehen. Und immer wieder den gleichen Weg zu gehen. Wahrscheinlich auch, weil ich hier nicht so viele andere Optionen finde, die mich spannend dünken. Ich gehe nicht gerne ansteigende Wege.

Ich gehe gerne auf flachen Strecken. Wenn es zu steil ansteigt, bin ich zu stark mit mir beschäftigt und ich kann nicht mehr wahrnehmen, was um mich herum passiert. 

Limmat am Stadtrand mit Nora

Es ist ja mega erbaut und geplant, wie dieser Ort durchschritten werden soll. Es ist irgendwie strukturiert.

Man kann schon durch die Wiesen gehen, aber es ist eigentlich sehr deutlich, wo durchgegangen werden kann. Es gibt auch die «Schermen», die Hüttchen, wenn es regnet, sitzen da immer wieder Leute darunter. Oder Bänkli machen auch mega deutlich, wo kann Platz genommen werden. Aber es ist auch die Mischung aus Natur, die ja wächst, die ja teils schon sehr gepflanzt ist, aber

es gibt auch vieles, dass sie passieren lassen,

das Gärtnerteam. Es öffnet so, es ist mega sorgfältig betreut. Und doch bekomme ich hier immer so das Gefühl von «es ist wild». Es erinnert mich teils an Orte aus meiner Jugend, die weniger gemacht sind. Also wie, die Beziehung von: «Wie stark ist etwas gemacht, oder wie stark ist etwas künstlich?» versus «Ah, es ist einfach so gewachsen», ist irgendwie gar nicht so klar. Es ist ja trotzdem auch einfach so gewachsen. 

Friedhof Sihlfeld mit Stephanie

flussmitbaumweb.jpg

Ich bin an einem See aufgewachsen und das sind für mich die melancholisten Wesen, die Seen. Es ist wie gestautes Wasser. Das macht mich irgendwie traurig. So wie eine Tränenpfütze. Das Meer macht mich auch wahnsinnig traurig. Aber der Fluss nicht. Vielleicht hat es auch mit kindlicher Ungeduld zu tun. Ich habe wahnsinnig gerne, wenn es fliesst und ich es sehe. In einem See fliesst es ja auch, aber du siehst es viel schlechter. Und 

ich mag es, wenn die ganze Zeit etwas passiert. Und ich selbst kann stehen bleiben, aber eigentlich bewegt es mich trotzdem weiter.

Limmat am Stadtrand mit Nora


Sound

Landscape Dialogue #10 – editiertes Audiofile
Friedhof Sihlfeld mit Stephanie Müller
Mai 2023


Es ist ein langsamer Ort. Ich kann nicht hier hindurchstressen. Ich gehe nie hierher, wenn ich keine Zeit habe. Es ist so ein Ort, um langsam hindurch zu spazieren und so wie darin zu baden.

Friedhof Sihlfeld mit Stephanie

Die Rhythmen menschlicher Aktivitäten resonieren nicht nur mit denen anderer Lebewesen, sondern auch mit einer ganzen Reihe anderer rhythmischer Phänomene - den Zyklen von Tag und Nacht und den Jahreszeiten, den Winden, den Gezeiten usw.

Ingold, Tim. The Perception of the Environment : Essays on Livelihood, Dwelling and Skill. London [etc: Routledge, 2000. Print.

In the winter or autumn or right now I think I can explore more other deeper feelings 

its like the atmosphere or how the lake looks with the fog, like now when it is dark and you can see the contrast between the branches and the sky. The trees have no leaves. Then it takes me to other places. Like deeper places. 

Where in the summer I am more like in the surface. Like just happy and enjoying.

I don’t think I experienced it ever like so strongly because in Mexico we don’t have the four seasons like here. That you can really feel the winter and you can really feel the summer. And that makes it very special also. Like emotionally.

Seepromenade mit Adriana