weiter mit David Abram

Plädoyer für menschliche Einbindung in die mehr als menschlichen Beziehungen


In der einfachsten Wahrnehmung, wenn wir Gebäude sehen, Autos, Bäume oder Wolkenformationen – wir fügen immer etwas von uns hinzu, um die Lücken zu füllen. Wir sind partizipierende Geschöpfe, die zur Entstehung dessen, was wir wahrnehmen, beitragen. Gemäss Abram ist es ein nachvollziehbarer Vorgang, dass wir uns an die Phänomenologie wenden, um den seltsamen Unterschied zwischen den unterschiedlichen Erfahrungswelten und der Welt der modernen europäischen und nordamerikanischen Zivilisation zu verstehen. Denn die Phänomenologie ist diejenige westliche philosophische Tradition, die die moderne Annahme einer einzigen, vollständig bestimmbaren, objektiven Realität am stärksten in Frage gestellt hat. Diese Annahme, deren Ursprung im Jahr 1641 gründet, mit René Descartes' bekannter Trennung des denkenden Geistes, oder Subjekts, von der materiellen Welt der Dinge, der Objekte.

"Die Welt und ich sind eng miteinander verwoben.
Die Landschaft, wie ich sie unmittelbar erlebe, ist kaum ein bestimmtes Objekt; sie ist ein mehrdeutiges Reich, das auf meine Gefühle anspricht und seinerseits Gefühle in mir hervorruft."

 

"Der lebendige Puls der subjektiven Erfahrung kann den Dingen, die wir untersuchen, nicht endgültig entzogen werden (um das unverfälschte „Objekt“ freizulegen), ohne dass die Dinge selbst für uns jegliche Existenz verlieren. Solche Unklarheiten werden gemeinhin der Psychologie zugeschrieben, jener Wissenschaft, die das subjektive Bewusstsein und die Wahrnehmung untersucht. Wenn wir uns also der Psychologie zuwenden, können wir vielleicht erwarten, dass sie die vorobjektive Dimension, die jede uns bekannte Realität durchdringt und aufrechterhält, erkennt und bekennt. Aber es handelt sich um eine Disziplin, die selbst dem Positivismus der „harten“ Wissenschaften nachempfunden ist, eine Wissenschaft, in der die Psyche selbst zu einem „Objekt“ verdinglicht wurde, zu einer Sache, die wie jede andere Sache in der determinierten, objektiven Welt untersucht werden muss."

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Weiterführender Ansatz von David Abram zu Relationalität/ More-than-human Beziehung & Phänomenologie

Die Beziehung, die Menschen untereinander haben, wirkt sich aus auf die Beziehung zu den mehr als menschlichen Wesen. Wenn die Nahrung für mein Bewusstsein nur noch aus den Beziehungen kommen kann, die ich über meinen Mitmenschen eingehe, setzt das diese erheblich unter Druck, es entsteht eine Ausschliesslichkeit). In animistischen Kulturen, in denen der Einzelne neben seinen Mitmenschen auch Beziehungen zum Kolibri, zur Eiche, zum Raben ebenso wie zum Himmel oder zur Erde unterhält, gibt es viele Gelegenheiten für Begegnungen. Abram plädiert für menschliche Einbindung in die mehr als menschlichen Beziehungen und schlägt fliessendere menschliche nicht-menschliche Beziehungsformen vor.

Frédéric: Ich stehe Abrams Positionen ambivalent gegenüber. Er geht dann noch weiter... und irgendwann verliert er mich...